Südbayerns größte Kunstschau

Knapp 80 Künstler präsentieren bei der KUNSTMEILE Trostberg ‘21 rund 200 Arbeiten

Die Vorbereitungen für die KUNSTMEILE Trostberg ‘21, die von Freitag, 7., bis Pfingstmontag, 24. Mai, bereits zum neunten Mal in der Altstadt stattfindet, sind so gut wie abgeschlossen. Initiator Werner Pink, Trostbergs Kulturamtsleiterin Dr. Johanna Steiner und das Kunstmeilenteam haben seit Spätherbst 2020 in zahlreichen Präsenz- und Onlinetreffen Künstler und Werke ausgewählt, den Ausstellungskatalog und das Rahmenprogramm zusammengestellt, Sponsoren und Kooperationspartner gewonnen, Ausstellungsräume und den Schulwettbewerb organisiert sowie an Hygienekonzepten und Abläufen für jedes erdenkliche Szenario gefeilt.

„Die Vorbereitungen für eine Kulturveranstaltung dieser Größenordnung sind an sich schon nicht ohne. Eine Pandemie macht die Planbarkeit nicht unbedingt einfacher“, sagte Dr. Johanna Steiner. Von unschätzbarem Vorteil sei es, dass das Organisationsteam, bestehend aus Kulturamt und Ehrenamtlichen, eingespielt ist, Politik, Stadtverwaltung und regionale Wirtschaft hinter der Kunstmeile stehen und sich die Kunstmeile in den vergangenen 16 Jahren einen Namen weit über die Stadtgrenze hinaus gemacht hat.

„Coronabedingt haben wir in unseren Planungen mehr zu bedenken und einzusteuern, aber die Abläufe insgesamt sind über die Jahre gut eingestellt. Die KUNSTMEILE Trostberg ‘21 wird wieder eine runde Sache“, ist die Kulturamtsleiterin überzeugt. Nicht umsonst habe sich die Veranstaltung in den vergangenen 16 Jahren zu Südostbayerns größter Schau zeitgenössischer Kunst entwickelt.

Neue Räume für Kunst

Knapp 80 Künstler aus Deutschland, Österreich und Italien zeigen zweieinhalb Wochen lang eine Auswahl ihrer Werke in der Altstadt. Dabei wird es im Vergleich zur letzten Kunstmeile zwei neue Ausstellungsräume geben: Stadtkino-Betreiber Christoph Loster stellt den Raum im ersten Stock des Kinos zur Verfügung, und Dr. Richard Auernheimer – der ehemalige Sozialstaatssekretär und Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz – steuert Räume im Haus an der Hauptstraße 58 bei, die für eine große Kunstinstallation genutzt werden soll. „Mit diesen Erweiterungen wollen wir zeigen: Die Kunstmeile stagniert nicht. Auch nicht in Pandemiezeiten“, sagte Dr. Rainer Lihotzky vom Organisationsteam.

Bis zum Start Anfang Mai ist noch einiges an Improvisationsbereitschaft zu investieren – ein paar Fragen bleiben offen, und das vermutlich noch bis kurz vor der Eröffnung: Kann die Vernissage am Donnerstag, 6. Mai, um 18 Uhr im Postsaal stattfinden, muss sie in den Außenbereich verlegt werden oder ganz ausfallen? Wie schaut’s mit der Finissage aus, die für Pfingstmontag um 18 Uhr im Atrium am Stadtmuseum geplant ist? Darf das Foyer der Heinrich-Braun-Mittelschule als Ausstellungsraum begehbar gemacht werden oder sind die Arbeiten aus dem Schülerprojekt zur Kunstmeile durch Guckkästen an den Fenstern zu sehen?

Wobei diese Lösung durchaus zum Thema des Wettbewerbs passt: Seit Ende vergangenen Jahres beschäftigen sich die teilnehmenden Schüler mit dem Thema „(Selbst)Inszenierung – gestern und heute“. Mit der aktuellen Selbstinszenierung per Social Media ist eine Befriedigung geradezu voyeuristischer Bedürfnisse untrennbar verbunden. Guckkästen als Symbol für diesen Voyeurismus – das passt.

Weitere Ausstellungsräume der KUNSTMEILE Trostberg ‘21 sind der Postsaal samt Gewölbe und Quergewölbe sowie das Atrium. Hier sind Grafiken, Gemälde, Fotoarbeiten, Installationen und kleinere Skulpturen zu sehen. Außerdem werden wieder Skulpturen entlang der 1,6 Kilometer langen Strecke quer durch die Trostberger Altstadt aufgestellt. Insgesamt erwarten rund 200 Werke ihre Betrachter.

Der Kunstmeilen-Rundweg führt durch die Trostberger Altstadt zum städtischen Schulzentrum und zurück. Die Werkschau will möglichst vielen Menschen künstlerisches Schaffen nahebringen und einen Treffpunkt künstlerischer Interessen bilden. „Kunst soll nicht als etwas akademisch Abgehobenes, sondern als etwas mitten im täglichen Leben Be-Greifbares präsentiert werden“, sagte Stadtheimatpfleger und Kunstmeilen-Mitorganisator Dr. Rainer Lihotzky. -fal