(Selbst)Inszenierung – gestern und heute

Thema des Schülerprojekts zur Kunstmeile Trostberg 21 festgelegt

Inszenierung und Selbstinszenierung sind immer schon charakteristische Aspekte von Kunst und Künstler*innen. Kunstwerke sind von ihren Schöpfern grundsätzlich inszeniert, keine Frage. Aber die Künstlerpersönlichkeiten selbst, haben die sich nicht auch – oft mehr oder minder erfolgreich – selbst inszeniert?

Geniale Selbstvermarkter wie beispielsweise Dürer, Leonardo da Vinci oder Kaulbach nutzten die ihnen zur Verfügung stehenden Medien, um ihre Position auf dem Kunstmarkt zu etablieren und zu behaupten. Sie agierten dabei mit Geschick und Zielstrebigkeit. Im Erkennen der Möglichkeiten, die ihnen eine große Öffentlichkeit garantierten, waren sie so visionär wie konsequent. Dabei gehörten sie einer Elite an, einer Elite, die die Zeichen der Zeit erkannt hatte. War es früher der aufkommende Buchdruck oder das sich entwickelnde Pressewesen, die die Karrieren von Künstlern befeuert haben, kann heutzutage jede*r mit den geeigneten Selbstvermarktungsinstrumenten seine/ihre Bekanntheit steigern – Social Media, YouTube & Co. sei Dank. Noch nie war es für jede*n einzelne*n so einfach, nach seinen fünf Minuten Weltberühmtheit zu streben.

Ein zweischneidiges Schwert allerdings. Selbstdarstellung wird schnell zur Selbstüberhöhung, die Substanz der Selbstinszenierung wird nicht zwangsläufig realistisch dargestellt. Und wenn jeder berühmt ist, ist letztlich keiner mehr berühmt.
Mit dem Schülerwettbewerb „(Selbst)Inszenierung – gestern und heute“ bietet die Kunstmeile den jungen Künstler*innen der teilnehmenden Schulen die Gelegenheit, sich durchaus auch kritisch mit dem Abbild, das Menschen von sich und ihrer Umwelt herstellen, auseinanderzusetzen. Gern können die Teilnehmer*innen die verschiedenen Herangehensweisen verschiedener Zeiten in Relation setzen; selbstverständlich dürfen sie sich aber auch auf eine vergangene oder gegenwärtige Epoche der Inszenierung bzw. Selbstinszenierung konzentrieren.

Ein weiteres mögliches Betätigungsfeld für die teilnehmenden Schüler*innen könnte es sein zu zeigen, wie die Inszenierung von Werken und die Selbstinszenierung des Künstlers zusammenspielen (z. B. bei Albrecht Dürer) oder aber massiv auseinanderdriften (z. B. bei Vincent van Gogh).

Wir, die Organisator*innen der Kunstmeile, wollen eurer Kreativität und Interpretationsfreude keine Grenzen setzen. Wie ihr das Thema „(Selbst)Inszenierung – gestern und heute“ angeht, bleibt euch überlassen. Wir wünschen euch jedenfalls viel kreative Freude.