Prämierung der Schülerarbeiten im Foyer der Heinrich-Braun-Mittelschule

Unverstellte Herangehensweise

Kinder und Jugendliche bereichern die Kunstmeile – Thema „Integration“

Einen Blick auf die großen und kleinen Gemeinschaften haben die Kinder, Jugendlichen und Geflüchteten geworfen, die sich am Schülerprojekt der Kunstmeile Trostberg ’17 zum Thema „Integration“ beteiligt haben.

Die Arbeiten, die bis zum Ende der Kunstmeile am kommenden Montag im Foyer der Heinrich-Braun-Mittelschule ausgestellt sind, bestechen durch eine unverstellte Herangehensweise ans Thema. Gerade die Werke der Geflüchteten lassen zum einen das Leid erahnen, das sie erlebt haben, zum anderen die Hoffnungen, die sie in ihre Integration setzen.

Bürgermeister Karl Schleid sowie Werner Pink vom Kunstmeilen-Team und Dr. Johanna Steiner belohnten die Teilnehmer aus der Regenbogen-Kindergarten, der Heinrich-Braun-Grund- und Mittelschule, der Staatlichen Realschule Trostberg, des Hertzhaimer-Gymnasiums, der Brückenschule, der Neuen Mittelschule St. Pantaleon und des Malateliers Neßling in St. Pantaleon mit Gummibärchenboxen und Eis-Gutscheinen für ihren Einsatz.

Heinrich-Braun-Grundschule Trostberg

„Hand in Hand“ – unter diesem Motto beteiligt sich die Heinrich-Braun-Grundschule Trostberg an der diesjährigen Kunstmeile Trostberg. In einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Regenbogen-Kindergarten ist damit eine Sammlung von Fotografien und Bildern entstanden, die miteinander „sprechende“ Hände zeigen. Diese stehen für das Miteinander in der Gesellschaft und den Zusammenhalt aller Menschen. Jeder Einzelne hat seine Schwächen, aber „Hand in Hand“ sind wir stark. Die Fotografien werden im Hintergrund durch ein aufgenommenes Lied unserer Schüler untermalt, welches das Thema nochmals aufgreift und vertieft. Einen ausführlichen Bericht von Tine Limmer finden Sie hier.

Heinrich-Braun-Mittelschule Trostberg

1. Installation
Mit Origami-Kranichen gefalteter Koffer, aus dem Kraniche wegfliegen – Menschen machen sich wie die Vögel auf den Weg, um bessere Lebensgrundlage vorzufinden, Kraniche als Glückssymbol

2. Bilder:
Portraits als PopArt verändert

3. Bilder – WordArt:
Freihängende Bilder mit suchselartiger Schrift zum Thema Flucht und Integration

4. Leinwände:
„Schattenwelten“ – Acryl auf Leinwand, abstrakt, menschliche Schatten

5. Sandmandalas:
A4, Sand auf Papier geklebt
2 Schaukästen: einmal geschlossen – unveränderbares Sandmandala, einmal offen – Besucher dürfen verändern, Fotostrecke mit Verlauf der Veränderung entsteht im Laufe der Ausstellung

Mandalas als verbindende Einheit in vielen Kulturen und Religionen (z. B. Gebetsmandalas im Buddhismus, Blumenmandalas zu Erntedank,…)

6. Installation:
Sanduhren (in Projektarbeit von Schüler selbstständig erstellt) – Ich-Zeit, Du-Zeit, Wir-Zeit

7. Respektband:
Gebetsfahnen an Decke mit Wünschen und Gedanken zu einem respektvollen Miteinander – während der Ausstellung können Besucher das Band mit einer eigenen Fahne verlängern

8. Skulptur:
Bienen von Werner Pink

9. Plastiken:
Getöpferte Fische

Einen Bericht von Tine Limmer über die Mittelschulprojekte finden Sie hier.

Staatliche Realschule Trostberg

Mit dem Thema „Integration“ setzten sich drei Klassen der Staatlichen Realschule Trostberg auseinander.

Jede Schülerin der Kunstzweigklasse 10B schuf zum Thema ICH BIN WIE ALLE MENSCHEN: ICH BIN WIE KEIN ANDERER individuelle Skulpturen von Menschen, die bewusst unterschiedlich gestaltet wurden. So orientierte sich beispielsweise  eine Schülerin an Werken des Kubismus, während eine andere eher auf das antike, europäische Schönheitsideal setzte. Es entstand eine Figurengruppe, in der keine Figur der anderen gleicht und die dennoch harmonisch zusammengefügt miteinander funktioniert.

Bei der Rechercheeinheit der Kunstzweigklasse 9B stellten die Schülerinnen und Schüler schnell fest,  dass Migration kein neues Phänomen ist. Es hat sie schon immer gegeben. Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft beschlossen die Jugendlichen, dass sie durch ihre Kunstwerke den Betrachtern zeigen möchten, dass Migration auch immer eine CHANCE AUF VIELFÄLTIGKEIT bedeuten kann. Aus diesem Grund erschufen die Schülerinnen und Schüler Bilder in unterschiedlichen Techniken, die diese Chancen, die sich für jeden ergeben, künstlerisch vermitteln sollen.

Die künstlerische Werkgruppe 5AD, die von ihrem Fenster des Kunstraumes auf die Brückenschule – eine ehrenamtlich geführte Flüchtlingsschule – schaut, wollte sich mit unseren neuen Mitbürgern etwas genauer beschäftigen. So trat man in den Dialog mit Asylbewerbern und es entstanden unter dem Titel NEUTROSTBERGER  Porträts von geflüchteten Menschen in der Technik Linolschnitt. Ein junger Mann aus Afghanistan war begeistert von der Idee und fertigte sein eigenes Selbstporträt. Die Drucke auf unterschiedlichen Papierfarben sollen unterstreichen, wie bunt unsere Stadtgemeinschaft durch die Neutrostberger geworden ist.

Teilnehmende Klassen der Staatlichen Realschule Trostberg:
10B Kunstzweigklasse, betreut von Verena Müller-Blechinger
9B  Kunstzweigklasse, betreut von Claudia Wolter
5AD künstlerische Werkgruppe, betreut von Susanne Klasse

Noah Wimmer, Klasse 5D: Shafi (links); Anna Bosch, Klasse 5D: Anna (Mitte); Sayed Mustafa Saddat: Selbstporträt (rechts)

Hertzhaimer Gymnasium Trostberg

Das Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg setzt das Thema „Integration“ in einer Fotoarbeit mit dem Titel „HGT Facebook“ um. Unter dem Motto „Aus ich wird wir“ haben sich über 200 Schülerinnen und Schüler an dem Projekt beteiligt. Ihre zum Buch gebundenen Schwarz-Weiß-Porträts sollen zum einen das Individuelle jedes Einzelnen zeigen, zum anderen können sie aber, da in zwei Hälften geteilt, vom Betrachter beliebig zu neuen Gesichtern kombiniert werden und sind so wiederum Teil eines großen Ganzen. Einen ausführlichen Bericht von Tine Limmer finden Sie hier.

Neue Mittelschule St. Pantaleon

Die Klasse 4A der Neuen Mittelschule St. Pantaleon (Oberösterreich) beteiligte sich unter der Leitung der Kunsterzieherin Dorothea Pölzgutter ebenfalls mit zahlreichen Arbeiten am Schülerprojekt der Kunstmeile Trostberg ’17.

Malatelier Neßling St. Pantaleon

Die Kinder haben im Malatelier Neßling in St. Pantaleon (Oberösterreich) acht Gemälde in der Größe gemalt. Zu den Werken gehört die Skulptur einer Erdkugel aus Draht mit bunten Gipshänden auf Stäben in einem Blumentrog.